FahrraederHBFNach jahrzehntelangem Ringen ist die Planung für einen neuen Hauptbahnhof auf der Zielgeraden. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Fertig sein soll der Bahnhof mit Hotel, 190 Zimmer mit 380 Betten, Ende 2022. Das hat der Bauausschuss in der letzten Woche beschlossen. Endlich verschwindet ein Paderborner Schandfleck. Gebaut werden sollen auch zwei Radparkhäuser (1,45 Mio. €), damit der Bedarf an 700 Radstellplätzen abgedeckt werden kann.

Aber es gibt auch einen Wehrmutstropfen. Die Stadt Paderborn beteiligt sich an den Baukosten des Bahnhofs mit 1,9 Millionen Euro. Eigentlich eine Sache der Deutschen Bahn. Die aber macht seit der Privatisierung Milliardengewinne mit Geschäften, die ihren Aktionär*nnen nutzen. Bahnhöfe, Züge und das Schienennetz müssen darunter leiden.

Verkehrswende in gemeinsamem Interesse

Die Linksfraktion / Offene Liste ist für die finanzielle Beteiligung der Stadt und hat den Plänen zugestimmt. Natürlich kann man einiges kritisieren. Vor allem die Führung des Fahrradweges auf dem Bahnhofsvorplatz muss noch verbessert werden. Auch die Architektur kann man kritisch betrachten. Die Deutsche Bahn wäre aber allein nicht tätig geworden und die Paderbornerinnen und Paderborner müssten womöglich noch weitere Jahrzehnte auf einen neuen Bahnhof warten.

Wir brauchen aber einen attraktiven Bahnhof, gute Zugverbindungen und einen gut ausgebauten und öffentlichen Personennahverkehr mit besserem Streckennetz, höherer Taktdichte und günstigeren Tickets. Wir müssen mehr Menschen motivieren, ihr Auto stehen zu lassen und umzusteigen. Wir brauchen eine Verkehrswende in unserem gemeinsamen Interesse: Für bessere Luft und ein besseres Klima.