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Fraktion Die Linke diskutiert über Erhöhung der Sportförderung in Paderborn

Paderborn (WV). Paderborn gilt als Sportstadt: 110 verschiedene Sportarten können hier ausgeübt werden. Auch in den Bereichen Nachwuchsförderung sowie Breitensport wird einiges investiert. Mehr als 50.000 Mitglieder sind in 140 Sportvereinen organisiert – der Stadtsportverband gilt als größter Verband bundesweit. Aus diesen Gründen hat die Linksfraktion mit Mathias Hornberger, Vorsitzender des Paderborner Stadtsportverbands, und Rasmus Jakobsmeyer, Vorsitzender des Jugendstadtsportverbands, die sportpolitischen Forderungen für den Paderborner Sport diskutiert.

Die Sportförderung der Stadt berechnet sich nach den Zuschüssen des Landessportbundes. Die bisherige Förderung reicht laut Hornberger längst nicht mehr aus, um die Vereinsarbeit zu finanzieren. Es sei daher dringend notwendig für 2021, die Fördersumme zu erhöhen. Dann könnten beispielsweise auch die Öffnungszeiten der Schwimmbäder verlängert und damit der Nutzerkreis ausgeweitet werden. „Bedarfe dafür gibt es genug“, ist Bürgermeisterkandidatin Elke Süsselbeck überzeugt und führt das Projekt Pia (Paderbornerinnen Pro Asyl) an, das immer noch einen Ort für einen Schwimmkursus für Migrantinnen sucht. „Wir haben Teilnehmerinnen und auch eine Lehrperson. Was fehlt ist der passende Ort. Die Bäder sind entweder durch Schulen oder Vereine belegt. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten würde hier die Möglichkeit bieten auch andere Kurse durchzuführen.“

Multifunktionshalle fehlt in Paderborn

Auch der Fraktionsvorsitzender Reinhard Borgmeier stimmt dem zu: „Die Fördersumme der Stadt Paderborn zu erhöhen ist sinnvoll. Wir halten nach wie vor die Nutzungsgebühren für die Vereine für den falschen Weg. Beides sind Themen für die nächsten Haushaltsberatungen der Stadt.“

In Paderborn fehlt eine Multifunktionshalle für Kultur, Sport und sonstige Events, teilen die Linken mit. Der Neubau eines solchen Gebäudes wird jedoch geblockt mit dem Hinweis auf den Umbau des Sportzentrums. Diese Argumentation sei jedoch laut Hornberger nicht zielführend, „da das Sportzentrum nicht für Events geeignet ist.“ Borgmeier entgegnete darauf, dass die Linksfraktion grundsätzlich offen sei für das Thema Multifunktionshalle: „Aber es muss eine solide Finanzierung dafür geben.“

Zum Thema Sport in der Offenen Ganztagsschule (OGS) wollte Egbert Steinhoff, sachkundiger Bürger für die Linksfraktion im Sportausschuss, wissen, in wieweit die Vereine daran beteiligt wären. Hornberger antwortete, dass man dafür sportübergreifende Programme entwickelt habe: So gebe es zum Beispiel Fortbildungen für Lehrkräfte und Betreuer im Ganztag und auch Kontakte zu Vereinen würden hergestellt – immer unter dem Motto „Wir bewegen alle Kinder im Kreis Paderborn“.

Die Vielfalt der Verbandsarbeit, die bisher ehrenamtlich organisiert wird, hat stark zugenommen. Mathias Hornberger äußerte daher abschließend den Wunsch nach einer hauptamtlichen Kraft für den Verband ab 2021. „Es ist absolut nachvollziehbar, dass die Belastungsgrenze erreicht ist“, meint Reinhard Borgmeier und fügt hinzu: „Gerade auch mit dem Ziel, den Breitensport zu fördern, muss hier Geld für Personal in die Hand genommen werden.“


Die Linksfraktion diskutiert mit dem Stadtsportverband (von rechts): Mathias Hornberger, Reinhard Borgmeier, Elke Süsselbeck, Egbert Steinhoff, Werner Gaube, Gerhard Todt, Peter Leppin, Rasmus Jakobsmeyer und Günter Neumann.

Quelle: Westfälisches Volksblatt, 7. März 2020

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